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Damit Ihr seht, wo sich alles abgespielt hat, hier ein paar "Eckdaten":

Übersichtskarte 


Detailkarte

Und jetzt ein kleiner Auszug aus meinem "Reisetagebuch" :

Wer möchte, kann sich hier die passende
Musik dazu anhören (bitte auf die Pfote klicken)

Husky-Abenteuer vom 23.Dezember 2005 bis zum 04.Januar 2006 in Drevsjö-Norwegen / Särna-Schweden                                                       Das komplette Tagebuch kann unter susanne@susanne-thorsten.de  angefordert werden                                                                          das 

©Made by Susanne


  • Dienstag, 27. Dezember – der große Tag

Um 8.00 Uhr sitzen alle im Bus.

Alle sind total aufgeregt. Viele haben heute Morgen kalte Füße. Die Leihschuhe sind wohl auch nicht das, was sie versprechen. Jedenfalls sind sie nicht für untätiges Rumsitzen gebaut. Thorsten hat sich gestern in Idre noch schnell Einlegesohlen für seine „Boote" gekauft.

Nach einer 1 ½ stündigen Fahrt sind wir endlich am Ziel unserer Träume. Es hat nochmals geschneit in der Nacht. Gut für uns oder schlecht für den Trail?

Alle müssen natürlich erst mal aufs Klo. Da ich zu denselben Klamotten wie gestern noch zusätzlich einen sehr dicken Fleece-Pulli anhabe, geht es mit dem An- und Ausziehen nicht ganz so schnell auf dem Klo. Schließlich soll ja auch die ganze Unterwäsche sitzen. Zum Glück hab ich mir ja noch die dicke U-Hose aus Polar-Fleece gegönnt. Jetzt kann sie zeigen was sie kann.

Das Thermometer zeigte in Idre -22 Grad. Hier oben am Kennel sind noch einige Grad miese mehr.

Es wird langsam hell und es schneit heftig. Die Klamotten müssen alle aus dem Bus.

Wir ziehen unsere Overalls an. Da kommt plötzlich Seth auf mich zu. Ich müsse ja noch andere Stiefel anziehen. Ach ja, hatte ich ganz vergessen. Wir gehen in den „Aufbewahrungsraum" für die Overalls und Schuhe. Er sagt zu mir: „Isch hab schön warm Schuh für disch. Sind Gitta’s." Ich folge ihm. Er holt ein Paar „Polar-Stiefel" hervor. Sie erinnern irgendwie an Kopfkissen-Tüten mit Sohle dran. Da soll ich rein? Seth ist ganz stolz auf diese Stiefel. Er hätte sie auch und seit dem keine kalten Füße mehr. Sie wurden extra aus Alaska importiert. Gitta kommt dazu. Ich solle sie anprobieren. Dazu muss ich meine Stiefel ausziehen. Gitta sagt: „Du auch Socken aus! Schuh nur barfuß tragen!" Ich soll da barfuß rein? Oh nö…. Na gut, was tut man nicht alles, um warme Füße zu haben. Sie werden noch um die Füße etwas festgeschnallt und dann laufe ich damit meine ersten Schritte. Laufen ist wohl etwas zuviel gesagt. Ich eiere. Es geht sich tatsächlich, als wenn man sich Kopfkissen um die Füße gebunden hat, nur mit einer kleinen Plastiksohle.

Oh je, sind die gruselig. Aber ich mag nix sagen, weil Seth und Gitta es sicherlich gut gemeint haben. Also eier ich mit meinen „Wunderstiefeln" Richtung Klamottenberg.

Ein riesiger Berg Taschen und Plastiktüten türmt sich. Jeder soll seine Klamotten einschließlich des gesamten Hundegeschirres und einer Snack-Tüte für die Hunde nach unten schleppen. Wie soll das denn gehen? Damit wir nicht ein zweites Mal den steilen Berg raufasten müssen, wird alles umgehängt, was irgend geht.

Wir rutschen auf dem Hintern den Abhang hinunter. Unten wieder großes Getümmel. Nein, das ist mein Geschirr, nein, das ist meine Tasche. Thorsten, hast du unsere große Tasche? Alle sind total aufgeregt.

Im Kennel stehen schon die Schlitten parat. Jeder soll seine Sachen reinpacken. Vorher wurde die Reihenfolge festgelegt. Ich sollte vor Thorsten und hinter Sabine fahren. Ich greif mir einen Schlitten und pack meine Sachen rein.

Dann kommt Seth und zeigt mir meinen richtigen Schlitten. Auch gut, alles wieder raus und umgeladen. Zwischen den ganzen Leinen und Geschirren blickt keiner mehr durch, das Chaos ist perfekt.

Die Helfer von Seth: Jimmi, der Doghandler (Hundebetreuer), Gitta seine Frau und Sarah (auch eine Doghandlerin), geben sich alle Mühe, das Chaos zu entwirren.

Es gelingt nicht. Seth holt Hunde aus den Zwingern und schirrt sie an den ersten Schlitten. Wir stehen tatenlos rum. Ich sehe Thorsten, wie er vorne versucht, die Geschirre nach Farbe zu sortieren. Peter steht schräg hinter mir und sieht sich auch das Chaos an. An den ersten Schlitten werden die Hunde mehr. Sie müssen festgehalten werden, damit sie sich nicht mit den anderen Hunden vom zweiten Schlitten beißen.

So ca. 1 Std. steht der erste, ich glaube es war Hilke, und hält seine Hunde fest. An dem Gesichtsausdruck von Peter sehe ich, dass es ihm alles nicht so richtig passt. Die Lautstärke ist unbeschreiblich. Die Hunde jaulen, bellen, winseln.

Endlich haben auch Seth und Jimmi ihre Hunde fertig angespannt. Dann sehe ich nur Seth wie er vom Hof fegt. Dann alle nacheinander hinterher. Manche laufen zu ihrem Schlitten und versuchen noch schnell, die dicken Handschuhe überzuziehen. Endlich bin ich dran. Schnell nach hinten zum Schlitten, Handschuhe über die Unterhandschuhe. Dann versucht Gitta den Panikhaken loszumachen, mit dem der Schlitten hinten an einem Pfahl festgebunden ist. Nix geht, weil er eingefroren ist. Es dauert einige Sekunden. Dann endlich geht es los.

Ich hänge auf dem Schlitten wie ein Schluck Wasser. Warum mache ich das nur? Wie war das mit dem Bremsen? Wo ist die Bremse? Da, schnell raufgetreten, aber das Gespann wird nicht langsamer. Wir jagen einen Berg hinauf, das Gespann rennt wie verrückt. Als es den Berg wieder runtergeht, sehe ich alle vor mir stehen. Ich kann kaum Bremsen.

Ich sehe Thorsten vor mir, der Schlitten rauscht durch den Tiefschnee. Wackel, wackel. Thorsten hat Probleme. Als er bremsen wollte, bricht plötzlich die Bremse. Er kann sich nicht halten und macht einen Auerbacher in den Schnee.

Mit Mühe kann ich den Schlitten zum Stehen bringen. Als wir wieder anfahren, überqueren wir plötzlich eine Straße. Beim wieder Einfahren in den Wald kippt der Schlitten plötzlich um und ich mit ihm. Ich denke an die Worte von Peter: Nur nicht den Schlitten loslassen. So lasse ich mich hinter dem Schlitten herschleifen….. Irgendwann steht die ganze Fuhre. Ich rappele mich hoch, in dem Moment ziehen die Hunde weiter. Wieder in den Schnee. Bis irgendwann irgendeiner meine Hunde festhält und ich wieder hinten rauf krabbeln kann. Dann geht es weiter. Irgendwann wieder Stopp. Ein völliges Tohuwabohu. Ich sehe nur noch Hundeknäule. Weiter vorne muss auch was passiert sein. (Was ich da noch nicht wusste: Das gesamte Gespann von Hilke ist abgehauen).

Plötzlich ziehen die Hunde des Gespanns weiter vorne nach links rüber. Völlig aus der Bahn. Der Grund ist Gitta. Alle Hunde wollen plötzlich zu Frauchen und ziehen natürlich die Touristen im Schlepptau mit. Völliges Chaos.

Irgendwann geht es weiter. In der nächsten Kurve das Ganze von vorn. Kurve, runterfallen, mitschleifen lassen, jemand hält die Hunde an, durch den Tiefschnee robben, wieder auf den Schlitten und weiter geht’s. Ich bekomme fast nichts mit und versuche nur noch krampfhaft mich an dem Schlitten festzuhalten. Die Sonne scheint mittlerweile. Das bekomme ich so am Rande mit. Irgendwann dreht sich Thorsten zu mir um und ruft: „Ist das nicht schön?" Ich gucke das erste Mal nach 1 Stunde hoch. Ja, es war wirklich wunderschön. Wir fahren durch einen traumhaften Winterwald, durch den die Sonne ab- und zu durchscheint. Doch ich muss mich wieder auf meine Hunde konzentrieren.

Irgendwann denke ich nur: Wann halten wir endlich an? Ich habe fürchterlichen Durst. Durch das Geschwitze habe ich das Gefühl, überhaupt keine Flüssigkeit mehr in mir zu haben.
Wir überqueren wieder eine Straße. Da steht plötzlich Gitta hinter mir auf den Kufen. Sie zeigt mir die richtige Haltung auf dem Schlitten. Aha, jetzt geht’ besser.

Nach einer unendlichen Zeit halten wir endlich an. Wir können aber die Schlitten nicht verlassen, da man ja ständig auf der Bremse stehen muss, damit die Hunde nicht weiterlaufen. Wir fragen Seth, wann denn jetzt endlich Pause ist. Er sagt, so in ca. ½ Stunde…. Hoffentlich.

Eine halbe Stunde vergeht. Eine Stunde vergeht…man will ja nicht drängeln. Die Fahrt geht weiter. –ohne Pause-

Dann doch irgendwann, viele Tränen weiter, halten wir endlich an. Thorsten kommt mit einer Thermoskanne zu mir nach hinten gelaufen. Da ist leider nur Kaffee drin.
Der dreht mir gleich den Magen um. Macht nichts, Hauptsache Flüssigkeit.
Dann geht der wilde Galopp weiter.

Es geht steil bergauf. Dann kippt der Schlitten wieder mal um. Ich kann auch nicht mehr mitlaufen. Es wird langsam dunkel. Seth sagt nur: So ca. 3 Kilometer noch. Mittlerweile sind 1 ½ Stunden seit der letzten Pause vergangen. Alle quengeln, alle sind fertig.

Als mir der Schlitten ein x-tes Mal am Berg umkippt, kommt Jimmi zu mir (er ist die ganze Zeit bei Sabine auf dem Schlitten mitgefahren) und fährt mein Gespann weiter.

Er bietet mir an, doch vorne im Schlitten Platz zu nehmen. Das Angebot nehme ich dankend an. Es ist nicht bequem im Schlitten, aber ich kann wenigstens mal einen Augenblick lang ausruhen. Kurze Zeit später sind wir auch endlich an der Hütte.

Es ist mittlerweile stockfinster.

Vor der Hütte ist ein völliges Gewuhle im Dunkeln. Jimmi schmeißt mich von dem Schlitten, damit ich Bine bei der „Einpark-Kurve" helfen kann. Ich versinke wieder mal mit den Sch…. Schuhen im Schnee. Auf allen vieren robbe ich zum Schlitten. Sarah und Gitta nehmen die Hunde aus dem Geschirr. Rettungsgürtel ab. Der soll am Schlitten bleiben. Das Gepäck aus dem Schlitten rauswühlen. Thorsten habe ich in dem Durcheinander aus den Augen verloren. Es ist gar nicht so einfach im stockdunkeln sein Gepäck durch hüfthohen Schnee rauf zur Hütte zu schaffen.

Wir stehen alle vor der Tür. Es scheinen alle total am Ende zu sein. Ich schlürfe mittlerweile Tee in mich hinein, der plötzlich aus allen Thermoskannen kommt. Jemand hat seine Stirnlampe gefunden. So haben wir wenigstens etwas Funzellicht. In die Hütte darf man nicht mit Schuhe, weil sonst halt der Schnee nachher in Pfützen rumliegt… Also draußen bleiben. Ich werfe mein Gepäck auf den großen Haufen. Mir ist völlig egal, wie der Kram in die Hütte kommt. Ich werde jetzt erst mal schön eine Zigarette rauchen. Die erste seit heute morgen. Die hab ich mir jetzt auch verdient. Als ich in meine Tasche greife, merke ich wie vereist das alles ist. Alles Eis. Die Zigaretten sind zum Glück trocken geblieben.

Dann fällt mir ein: Du hast ja die Kamera um den Hals gehabt, als wir losgefahren sind. Wo ist sie jetzt? Puu, zum Glück noch da, aber ebenfalls total vereist. Thorsten ist zu diesem Zeitpunkt noch bei den Hunden und holt Wasser für sie. Das Wasserloch ist ca. 50m entfernt. Eine Quelle mit einer kleinen Hütte drüber.

Nach der Zigarette sind fast alle drinnen und versuchen krampfhaft den Kamin zum Laufen zu bringen. Es qualmt wie Hulle.

So, jetzt möchte ich auch mal rein. Dazu muss ich mir die Schuhe ausziehen. In denen bin ich aber barfuss´!!! Ich bitte Sigrid in meinem Gepäck zu wühlen und meine Latschen herauszuholen. Gar nicht so einfach im Stockdunkeln, nur mit ihrer Stirnlampe (meine ist noch im Gepäck). Sie findet sie. Uuuu, ist das kalt. Schnell zu den Sachen, Stirnlampe auf und Socken suchen. Die sind steif gefroren. Schnell an, dann sind sie um nu warm.

Peter hat uns 4 das linke „Zimmer" zugeteilt. Dort stehen vier Alkoven-Betten und an der Wand hängen zwei Halter mit Teelichtern. Jedenfalls ist es nicht mehr ganz stockfinster. Ich finde im Gepäck die Taschenlampe. Ah, jetzt wird es etwas heller.

Ich pelle mich aus dem Overall. Der ist total gefroren.
Alles in Hütte ist eingefroren. Auch das Bett. Naja, was man so Bett nennen kann. Auf jeder Seite stehen 2 Betten, die höchstens 1,70m lang sind. Das obere Bett hat jeweils ca. 30 cm Kopffreiheit zur Decke.

Es ist schon ein gespenstiges Szenario, wenn so viele Menschen dampfend mit irgendwelchen Funzeln auf dem Kopf durch die Gegend tapern.
Was für eine Feuchtigkeit so viele Leute in einer tiefgefrorenen Hütte verbreiten!

In dem anderen Zimmer brennt der Kamin. Endlich ist es etwas hell und endlich etwas warm.

Obwohl: gefroren hab ich den ganzen Tag noch nicht.

Irgendwann kommt Thorsten rein. Dann muss noch Wasser für die Hütte geholt werden. Wir brauchen schließlich noch etwas zum Kochen.

Ich hole meine Uhr mit meinem Thermometer raus. Es sind doch schon +3 Grad in der Hütte. Immerhin fast 30 Grad wärmer als draußen.

Langsam kehrt etwas Ruhe ein. Alle haben ihren Platz gefunden, die Klamotten liegen verstreut im Dunkeln. Jetzt merkt man erst, wie wichtig eine gute Stirnlampe ist.

Der nächste Gang führt mich aufs Klo. Da ich nicht alleine gehen mag, kommt Thorsten mit zum Leuchten. Das ist ganz schön weit. Durch den Tiefschnee haben bereits meine „Mitreisenden" einen Weg getrampelt. Das Häuschen liegt romantisch im Wald. Es ist mit einer Styropor-Brille ausgerüstet. Das ist doch wärmer als erwartet.

Wieder in der Hütte verteilt Seth erst einmal Bier. Die Stimmung wird besser.

Schnell hat Peter auf einem Gasherd Nudeln gezaubert. Alle sitzen völlig kaputt am Esstisch.

Dann erfolgt die Manöverkritik. Peter hält uns alle für „Weicheier", weil wir so kaputt sind. Macht nix. Für mich persönlich sind alle Helden.

Es werden noch ein paar Geschichten zum Besten gegeben und dann sind alle müde. So heißt es raus zum Zähneputzen. Kurz die Zahnbürste in den Schnee gesteckt und putzen.

Als Thorsten rauskommt, wundern wir uns über einen sehr hellen Scheinwerfer über den Baumwipfeln. Das Licht wandelt sich in einen Vorhang. DAS sind Nordlichter! Völlig fasziniert beobachten wir das Lichtspektakel am Himmel. Es ist wunderschön.

Danach geht es in die knapp bemessene Koje. Das Thermometer zeigt weiter +3 Grad. Ich muckel mich ein und schlafe sofort ein.


                 


  • Dienstag, 28. Dezember – Tag 2 der Tour


Ich habe erstaunlich gut geschlafen. Gestern Abend haben die Männer noch einen kleinen Gasofen bei uns im Zimmer aufgestellt und es wurden die Overalls aufgehängt.
Das Thermometer zeigt nun +5 Grad.

Wieder raus zum Waschen. Schnell etwas Schnee ins Gesicht wischen.

Heut soll die Tour nicht ganz so lang werden. Wir freuen uns alle drauf.
Ich habe so gut wie keinen Muskelkater. Nur meine Unterarme tun mir weh vom Festklammern.

Seth und Co haben die Hunde schon wieder fix und fertig eingespannt. Nur noch Gürtel um, rauf auf den Schlitten und los.

Der Start läuft heute besser. Ich fliege mit meinem Gespann (heute sind es nur noch 4 statt 5 Hunde) um die Ecke.

Heute läuft es besser. Ich habe keine Probleme mehr, mich auf dem Schlitten zu halten und auch sonst geht’s mir wunderbar.

Leider ist heute das Wetter nicht so richtig hell. Aber die Winterlandschaft erkennt man trotzdem. Wir fahren über fast ebenes Gelände, so dass ich mich endlich mal auf die schöne Landschaft konzentrieren kann. Und ich kann endlich mal meine Hunde beim Laufen richtig beobachten. Ist schon witzig, wenn sie so still vor sich hin rennen.

Die Tour ist wirklich sehr schön.

Unterwegs machen wir sogar eine Pause, in der wir die Hunde an Bäume anbinden und den Schlitten mit dem Anker sichern.

Ich finde es fast schon schade, als wir uns auf dem Rückweg befinden.

Man glaubt es kaum, aber als wir wieder an der Hütte ankommen, ist es schon wieder fast dunkel. Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug.

Heute haben wir bis zum Abendbrot etwas mehr Zeit und wir sortieren erst mal im Halbdunkeln unsere Sachen.
Seth hat angeboten, die Sauna mit Holz anzuheizen. Jo, das wollen wir ausprobieren.
Nach dem Essen geht es rüber in das kleine Holzhäuschen.

Das Häuschen besteht aus einem kleinem Vorraum, einer kleinen Duschnische und der Sauna selbst, in die so ca. 2 Leute reinpassen. Auf der Sauna ist ein Behälter für Wasser angebracht. Thorsten hat vorher Wasser in Kanistern angeschleppt.



Der Vorraum ist total vereist und durchgefroren. Schnell sind die Klamotten ausgezogen. Die Beleuchtung ist eine kleine Petroleum-Lampe. Rein in die Sauna. Das ist richtig heiß da drin. Wir sitzen da so rum und füllen Wasser in den Behälter, damit das Wasser sich etwas aufheizt. Damit wollen wir uns nachher waschen.

Schön aufgeheizt, geht es zwischendurch raus in den Schnee zum Abreiben. Draußen steht eine Fackel, damit man sich nicht die Füße bricht. Eigentlich ist es total romantisch.

Nach meiner Saunabeendigung kippe ich mir das kalte Wasser rüber. Mönsch, das ist besser als gedacht. Richtig klasse. Schnell Socken angezogen, Fleece-Anzug über und schnell wieder in die Hütte. Das war richtig klasse und ich habe das Gefühl, als wenn ich einen schönen molligen Bademantel anhätte. Habe ich jetzt Halluzinationen? Wohl kaum.

Seth und Jimmi kommen rüber zu uns. Sie fragen uns, ob wir uns morgen zutrauen den schwierigen Weg vom ersten Tag wieder zurückzufahren. Er schlägt uns vor, dass doch die Frauen bei den Männern im Schlitten mitfahren sollen. Dieser Vorschlag stößt auf keine Gegenliebe. Wir Frauen (es sind ja nur noch Sigrid und ich übrig, Hilke ist seit dem ersten Tag an nicht mehr auf den Schlitten gekrabbelt) entscheiden uns dagegen. Wir möchten selber fahren.

Leider gibt es keine Alternativstrecke, die wir zurück nehmen können. Die eine ist von umgestürzten Bäumen blockiert, auf der anderen Strecke sind die Seen noch nicht genug durchgefroren.

Wir machen den Gegenvorschlag, doch die Tour von heute zu wiederholen und uns dann von Gitta und dem „Hunde-Anhänger" abholen zu lassen. Damit sind alle einverstanden. Ist zwar schade, dass wieder nur so eine kurze Tour ansteht, aber was soll’s. Zum Spuren eines neuen Trails bleibt heute ja auch keine Zeit mehr.

Es wird noch etwas gequatscht und dann geht es wieder ins Bett.

Nachts muss ich raus aus meinen schönen warmen Schlafsack, weil ich zuviel Tee getrunken habe. Dann schnell wieder in den Sack und weiterschlafen.

  • Mittwoch, 29. Dezember – letzter Tag der Tour

Morgens wird wieder schön gefrühstückt. Das Thermometer zeigt immerhin schon +6Grad im Zimmer. Überall ist es muckelig warm (jedenfalls friert niemand).

Wir freuen uns heute auf die Tour. So langsam sind wir richtige „Cracks". Der Start läuft reibungslos. Die Tour ist heute noch mal so schön wie gestern. Macht richtig Spaß. Leider müssen wir viel zu schnell zurück.

Kurz vor der Hütte warten schon Jimmi, Gitta und Seth mit zwei Hunde-Anhänger. Hierauf sind viele kleine Boxen für die Hunde gebaut. Die Schlitten werden oben den Hängern festgeschnallt.

Als die Hunde verladen sind, gehen wir in die Hütte unsere sieben Sachen packen. Diesmal ist es sogar noch etwas hell in der Hütte. Schnell sind die Sachen draußen im Schnee „geparkt". Die Hütte muss noch sauber gemacht werden. Dazu werden die Läufer schnell im Schnee ausgeschüttelt.

Danach ist Warten angesagt. Peter wollte in 1 Stunde wieder da sein. Wir nutzen die Zeit zum Bilder machen (leider ist es eigentlich schon zu dunkel).

Wir klönen noch etwas vor der Hütte.

Mittlerweile ist es stockfinster. Da sehen wir auf einem Mal einen Lichtschein. Peter und Seth sind wieder da. Peter fährt unseren Bus und Seth seinen Privatwagen.

Wir eiern im Dunkeln über die völlig zugeschneite Straße runter zum Kennel. Dort müssen wir die Overalls und die Stiefel abgeben.

Gitta überreicht uns noch kleine Witz-Postkarten übers Mushen. Das, was da drauf ist, können wir uns aussuchen. Jeder sucht sich etwas zu seinem „Stunt" aus.

Danach geht es den langen Weg wieder zurück zur Unterkunft. In Idre kommt Wolfgang auf die Idee, doch in der Pizzeria eine schöne große Pizza zu verdrücken. JAAA, alle stimmen zu.

Es werden Unmengen von Pizza´s geordert. Ich freue mich am meisten über eine schöne Sprite und eine schöne Fanta. Selten habe ich sooo gerne etwas Sprudelndes getrunken. Das perlt…..

Es erfolgt noch ein Run auf die Toilette. Endlich WARM die Hände mit SEIFE waschen! Als ich in den Spiegel sehe, weiß ich auch, warum mich die anderen Gäste so komisch angesehen haben. Holla ! Die Haare auf absolut halb acht !!!!

Bo, seh ich gruslig aus!

Es schneit fürchterlich, als wir aus der Pizzeria kommen. Ich möchte jetzt wirklich nicht an Peters Stelle sein. Über spiegelglatte verschneite Straßen schifft er uns sicher nach Hause.

Dort angekommen, geht es erst einmal unter die Dusche. Jo, ist das herrlich.

Was doch so Wasser und Seife ausmachen. Obwohl ich nicht das Gefühl habe, nun übermäßig zu müffeln. Keiner stinkt, trotz 3 Tage nicht Waschens und trotz ziemlichen Schwitzens.

Ach herrlich, soooo sauber.

Um 20.00 Uhr treffen wir uns noch zur „Urkunden-Verleihung".

Wir bekommen noch eine Auszeichnungs-Urkunde, die uns jetzt zu echten „Mushern" erklärt. Unten auf der Urkunde haben unsere jeweiligen Leithunde mit einem Pfotenabdruck die Richtigkeit bestätigt. (Thorsten glaubt heute noch, dass sein Leithund tatsächlich seine Pfote draufgedrückt hat….)

Peter findet für die Verleihung noch feierliche Worte und einigen von uns treten tatsächlich Tränen in die Augen. Wir haben dieses letzte Abenteuer dieser Welt gemeistert!

Noch kurzes Gequatsche. Danach sind alle müde. Endlich in einem richtigen Bett schlafen.


.....dies ist nur ein kleiner Auszug aus dem gesamten Tagebuch vom 23.Dezember 2005 bis zum 05.Januar 2006.

Es bleiben die Bilder, die Ihr hier seht... und die, die im Kopf für immer bleiben werden.


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